Camping

Wir haben beide das Campen in unserer Kindheit kennen und lieben gelernt. Nach unserer Zeit in einem Schaustellerbetrieb haben wir lange kein Urlaub machen können und haben somit auch das Campen aus den Augen verloren. Erst als uns meine Eltern mit unserer großen Tochter eingeladen hatten ein Wochenende mit ihnen auf dem Campingplatz zu verbringen, war das Feuer wieder entfacht.

Um uns nicht immer ein Zelt leihen zu müssen haben wir uns im Internet umgesehen und sind auf einer Internetseite für Onlineauktionen fündig geworden. Es wurde ein geräumiges Zelt für 6 Personen gekauft und noch beim Verkäufer zur Probe aufgebaut. Die Schlafkabine kann zweimal unterteilt werden und bot uns so Platz genug, um auch die Kleidung und Vorräte ordentlich unterzubringen. Im Vorraum fanden Tisch und Stühle ebenso Platz, wie eine kleine Spielecke.

Die Bauweise ist sehr stabil, an den Seiten Stahlgestänge und nur im Dachbereich Fieberglasstangen. Das Zelt hält so auch Sturmböhen bis zu Bft 10 aus. An schönen Tagen wird die vordere Tür zum Sonnendach umfunktioniert.

Schöne Urlaube haben wir mit dem Zelt verbracht und auch heute ist es noch in unserem Besitz. Gerne kommen Freunde zu uns und freuen sich darüber, dass wir ihnen dies tolle Zelt gerne mal als Leihgabe überlassen, oder als Gästezimmer mitbringen.

So schön das Campen mit dem Zelt auch ist, man hält ja immer die Augen nach Alternativen offen. So fanden wir ein Internetforum, welches sich mit Falt- und Klappwohnwagen befasste. Ich kannte das noch aus Kindertagen, da meine Eltern einen Reimann Wigwam besessen hatten, mit dem wir in Dänemark und Deutschland gereist sind. Die Idee reifte und Bente wurde immer skeptischer.

Es dauerte Monate sich mit den verschiedenen Typen und Herstellern zu befassen und letztlich war es nicht wirklich das gelesene oder verglichene, sondern der Umstand, das der Faltwagen bei eBay nicht das Mindestgebot erreicht hatte und wir den Verkäufer einfach anschrieben. Nach kurzem Handeln beim Preis wurde dann ein Besichtigungstermin ausgemacht.

Es war ein günstiges Angebot, gut aufbereitet und in Stand gehalten. Der Verkäufer nahm sich viel Zeit und erklärte alles, gab noch einiges an Zubehör mit und auch Bente war begeistert und überzeugt, vielleicht auch deshalb, weil der Verkäufer von seinen Touren nach Italien und Spanien geschwärmt hatte.

Der Camptourist CT 6-2 wurde 1979 in den IFA Werken Olbernhau in der ehemaligen DDR gebaut. Es gab ihn in zwei Varianten, einmal für den Export und einmal für die eigene Bevölkerung. Wir hatten hier die landestypische Version erstanden. Im Deckel befand sich ein Doppelbett, welches wir als Kinderabteil nutzten. Wir schliefen in der Sitzgruppe, welche ebenfalls mit Hilfe des Tisches zu einem Doppelbett umgebaut werden konnte. Der Vorraum war nun doppelt so gross wie im Zelt und es gab einen kleinen Küchenschrank in der Hecktür. Im Vorraum hatten wir jetzt sogar einen passgenauen Vorzeltteppich.

So stand der Wagen wie ein Hauszelt da, nur eben mit Deichsel. Ein super Campinggefährt für bis zu vier Personen. Und da kam jetzt unser Jüngster dazu, also waren wir dann fünf Personen. Anfangs kein Problem, selbst das Reisebett konnte super im Vorraum mit untergebracht werden. Aber Kinder bleiben ja nicht immer klein und die Spielfläche wird bei schlechtem Wetter dementsprechend größer. Also machten wir uns nach ein paar Jahren wieder Gedanken über einen größeren Wagen.

Zuerst hatten wir ein Auge auf den Rapido Export geworfen, aber der Klappwagen entpuppte sich schnell als nicht praktikabel für uns. Da wir mittlerweile auch auf Treffen vom Klappcaravan fuhren, hatten wir natürlich einige Modelle in Augenschein nehmen können. Was es nicht unbedingt leichter machte. Auf einer Caravanmesse fiel uns dann ein Faltwagen der Firma SK aus Polch auf.

Der Faltwohnwagen hatte alles, was wir als fünfköpfige Familie brauchen konnten. Neu kam dieser Palast auf Rädern natürlich nicht in Frage und auch die wenigen gebrauchten Modelle waren preislich noch recht hoch anzusiedeln. Dank des Forums bot sich aber auch hier wieder eine unverhoffte Möglichkeit zum Erwerb des Falters.

Man wurde sich schnell über die Details einig und so traf man sich in Kassel auf einem Autohof zur Übergabe. Hier wurde der Caravan einmal aufgefaltet und locker geplauscht. Dann ging es für den roten Falter auch schon in sein neues Zuhause.

Der Hauptwagen besaß zwei Doppelbetten mit Lattenrosten, darunter wurden Unterzelte gespannt, in denen pro Seite nochmals jeweils zwei Personen schlafen konnten. Da wir die große Ausführung bekommen hatten, gab es dort noch eine 90 cm breite Vorzeltverlängerung und ein Sonnensegel. So ließ sich der Wagen auch variabel aufbauen, Kurztrip oder Sommerurlaub konnten so problemlos bewältigt werden. Später habe ich günstig noch eine Gepäckgallerie bekommen, womit wir dann auch ohne Sorgen für alle Fahrräder mitnehmen konnten.

Natürlich macht so ein Falter mit einer Grundfläche von ca 40 qm auch eine Menge Arbeit und bis alles letztlich aufgebaut und verstaut ist, vergehen mit Kindern ein paar Stunden. Dies störte uns trotz perfektem Raumklima und Platz ohne Ende über die Jahre zusehens. Mit dem Baumwollzelt musste man besonders beim Zusammenlegen darauf achten, dass alles trocken verpackt wird, sonst hatte man zu Hause das Problem mit dem Trocknen. Als wir im späten Herbst noch eine Tour nach Franken machten und dort der erste Schnee fiel, hatten wir zu Hause das Problem, das der Baumwollstoff leicht angefroren war. Ab hier war uns klar, wir wollen feste Wände.

 Hier war die Suche allerdings schon vorbei, bevor sie begonnen hatte. Wir kannten ja nun schon viele Modelle und wir hatten uns schon für einen Esterel entschieden. Jetzt galt es nur noch das richtige Modell zu finden, denn auch die französische Firma Esterel hatte einige Modellreihen seiner Zeit auf den Markt gebracht. Wieder half Kommissar Zufall.

Die früheren Besitzer des SK Falters trauerten dem SK nach und boten an, ihren Esterel CT42 gegen den Falter zu tauschen. Was waren wir Glückskinder ! Gesagt getan, es wurde ein Termin an dem bekannten Autohof in Fulda ausgemacht. Die Wohnwagen wurden getauscht, die Umbauten und Eigenarten erläutert und abermals nett geplauscht. So trennten sich unsere Wege wieder, der SK machte sich auf den Weg nach Hause und der Esterel begleitete uns in sein neues Zuhause.

Zuhause wurde dann eine erste genaue Bestandsaufnahme durch geführt. Aller super in Schuss, wenig zu erneuern und fast Originalzustand. Zur ersten Ausfahrt, welche abermals ein Forentreffen war, habe ich den Abfluss komplett neu verlegt, die Wasserpumpen und Leitungen ausgetauscht, sowie den 12 Volt Trafo erneuert. Die erste Saison haben wir hinter uns und es gefällt uns super, auch wenn das Platzangebot kleiner als im SK Falter ist.

Ausgestattet mit Küche, Kühlschrank, Heizung und Nasszelle werden sicher noch einige schöne Jahre folgen. Hier und da werden die oder andere Anpassung im und am Wagen folgen, aber das sind wirklich nur Peanuts.